VERENA LANDAU & UTE Z. WÜRFEL FLUGISMEN

Malerei, Fotografie, Objekte, Textarbeiten…

Dauer der Ausstellung:                               08. 09. 2023 bis 13. 01. 2024
Vernissage mit Performance:                 Freitag,       08. 09. 2023, 19 Uhr
Midissage mit Performance:                   Samstag,    21. 10. 2023, 19 Uhr
Zum Galerienrundgang:                             Freitag,        03. 11. 2023, 19 Uhr
Soirée:                                                                 Freitag,       08. 12. 2023, 19 Uhr
Schiffrundfahrt und Spaziergang:        Samstag,    09. 12. 2023, 11 Uhr
Finissage und Lesung:                                Samstag,    13. 01. 2023, 19 Uhr
 

Verena Landau: Stromboli 01, 2019, Öl auf Leinwand, 20x30cm

Ute Z. Würfel: »Traum« aus der Serie »Von Tag zu Tag« Selbstportrait vom 24. März 2013, Fotomontage, 594 mm x 841 mm

Die Ausstellung Flugismen vereint das Werk zweier Künstlerinnen, deren langjährige Freundschaft von intensivem künstlerischem Austausch geprägt ist. Trotz unterschiedlicher Ausdrucksformen – Malerei bei Verena Landau, Text- und Performancekunst bei Ute Z. Würfel – teilen beide eine poetische Bildsprache und die Sehnsucht nach dem Fliegen als Metapher für Aufbruch, Freiheit und Utopie.

Verena Landau (*1965 in Düsseldorf) lebt in Leipzig. Sie studierte Malerei an der HGB Leipzig bei Arno Rink, Neo Rauch und Wolfram Ebersbach, zuvor klassische Maltechniken in Florenz. U.a. Förderungen erhielt sie im Jahr 2003 ein Stipendium der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Seit 2008 ist sie künstlerische Mitarbeiterin am Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig. In ihren Bildserien, wie »Versprechen der Kindheit«, verwebt sie architektonische Erinnerungsorte mit fragilen Momenten von Verheißung und Verlust.

Ute Z. Würfel (*1966 in Berlin) ist Künstlerin, Autorin und Kuratorin. Nach ihrem Studium der Freien Kunst arbeitete sie unter anderem an der Cité Internationale des Arts Paris. 2001/2002 wurde sie mit dem Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ausgezeichnet. Als Autorin, Fotografin, Redakteurin, Lektorin und / oder Designerin arbeitete sie u. a. an den Zeitschriften »Schoenbildschauer«, »Nürtinger Hefte zur Kunst«, »Skizzen 8 – 15«, »Kunst & Kultur« und am Katalog »Olaf Rauh« mit sowie an den Büchern »Vertragswerk Bildende Kunst« (ISBN 3 – 93 23 49 – 11 – 3) und »systemfehler_neustart« [s_n] (http://www.froehlicher-untergrund.de). Das Manuskript zu »s_n« wurde 2010 im Deutschen Historischen Museum Berlin präsentiert. 2012 wurde der Prototyp des Konzeptbuches »systemfehler_neustart« sowie der Katalog »Zerreissproben« (Meine Verlag Magdeburg, ISBN 9 78 – 3 – 94 13 05 – 20 – 5) ins Archiv der documenta Kassel aufgenommen.

Ihre »Fliegergedichte«, die sie als Papierflieger in Performances „auf Reisen“ schickt, und das Romanprojekt »Genug geliebt« behandeln urbane Räume als soziale Bühnen und poetische Landschaften.

Flugismen zeigt zwei Positionen, die sich gegenseitig spiegeln: fliegend zwischen Wort, Bild und Wirklichkeit, zwischen Erinnerung und Vision, zwischen Körper und Raum.

Verena Landau: Versprechen der Kindheit 01, 2017, Öl auf Leinwand, 30×40cm

 Ute Z. Würfel »6 Photomatonarbeiten von 2 x [365 ± 1] Fotografien« aus der Serie »De jour en jour – Von Tag zu Tag« Paris 2001/2002, Lamda-Prints auf Aludibond (Diasec®-Licence), à 112 cm x 72 cm

Würfel subsumiert unter dem Titel »Von Tag zu Tag« serielle Werke tagebuchähnlichen Charakters, wie bspw. das kartografische Drehbuch »De jour en jour – Claude Panama et la grande bouffe d’escargot« (2001/2002) das aus insgesamt 2 x 366 Fotografien besteht, die im Verlauf eines Jahres (365 Tage ± 1 d) täglich auf den Pfaden psychogeografischer Umgebungskonstruktionen durch den Untergrund (base) und den Überbau (superstructure) der Stadt Paris streifend, in verschiedensten Photomatons (Foto-Fix-Automaten) mit unterschiedlichsten Passanten aufgenommen wurden. Gesichter der Großstadt. Auf jenen Photomaton-Bildern befindet sie sich stets an der selben Stelle hinter den Abgelichteten, die sie in verschiedensten Pass-Bild-Automaten fotografierte. Wie ein Chamäleon scheint sie den Portraitierten auf einfühlsame Art nahe zu sein und ihnen bisweilen sogar vom Ausdruck her ähnlich zu werden.